Verlogene Inklusion?

Hervorgehoben

Zwei Meldungen aus dem Bereich Lebensschutz (im weiteren Sinne) ließen dieser Tage aufhorchen:

  1. Ca. 90 % der Ungeborenen, bei denen eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie mit einer sog. schweren Behinderung zur Welt kommen, werden in der ‚westlichen Welt‘ abgetrieben.
  2. Brandaktuell: Ein australisches Paar ließ gleichsam eine Leihmutter im Stich. Das gesunde Kind nahmen die beiden, den Zwillingsbruder mit Behinderung soll die Leihmutter behalten.

Dies zeigt, dass Texte des römisch-katholischen Lehramts wie »Humanae vitae« tatsächlich prophetische Rede sind, ganz besonders aber auch der Einsatz des Hl. Johannes Paul II.
Es zeigt aber auch, dass das – sit venia verbo – Inklusionsgelaber unserer Tage auf tönernen Füßen steht und leider auch hier mehr gefühlt als gedacht wird, mehr Emotion als Kognition, mehr moralisch-ideologisches Engagement als durchdachte Argumentation im Spiele ist. Weiterlesen

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Mariä Aufnahme in den Himmel -eines der schönsten Feste

Volkstümlich: Mariä Himmelfahrt

Ein paar nüchterne Fakten zu Beginn

  • Festtag: 15. August
  • bezeugt seit: um das Jahr 550 in den orthodoxen und altorientalischen Kirchen, geht wohl auf eine Initiative Cyrills von Alexandrien Anfang des 5. Jahrhunderts zurück. Nach ostkirchlicher Auffassung endet damit das Kirchenjahr, das am 1. September mit dem Gedenken der Erschaffung der Welt oder auch mit den Vorfeiern zur Geburt Mariens dann wieder von neuem beginnt.
  • Name des Festes in den Ostkirchen (bzw. auch alter allgemeiner altkirchlicher Name des Festes): Entschlafung der Hochheiligen Gottesgebärerin, lat. dormitio (oder Varianten davon, z. B. Heimgang Mariens)
  • Glaubensbestandteil auch in den Westkirchen seit dem 6. Jahrhundert; zum Dogma erhoben durch Papst Pius XII. mit der Apostolischen Konstitution (= dogmatisches Schreiben) Munificentissimus Deus (deutsch: „der überaus freigebige Gott“)
  • In den evangelischen Kirchen teils ebenfalls am 15.08. Gedenktag, aber aus theologischen Gründen einfach ‚nur‘ als Gedenktag des Todes der Mutter Jesu, gefeiert in der Hoffnung auf die allgemeine Auferstehung.

 

Einige Gedanken zum Fest

Biblischer Befund und Überzeugung des Gottesvolkes

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Offener Brief an Irene Dänzer-Vanotti: Guter Radiobeitrag und ein kleines Missverständnis zu Humanae vitae

Sehr geehrte, liebe Frau Dänzer-Vanotti,

 

wie bereits in einem kurzen Tweet angekündigt, beziehe ich mich mit diesem Brief auf Ihre Sendung „Von My sweet Lord zum Politischen Nachtgebet“ über die 68er-Bewegung und die Theologie. Sie war heute, am 15.04.2018, in den Evangelischen Perspektiven auf Bayern 2 gelaufen. In der vorausgegangenen Sendung hat Karl-Josef Kuschel von der „Gottesleidenschaft“ gesprochen, die nicht aufhören dürfe. Diese Gottesleidenschaft, dieses πάθος für Gott, der die Liebe ist, strahlte aus Ihrer Sendung. Dafür großes Lob!

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Wer Mission will, will, dass Gott Gott ist

Über Medien wie Vatican News und – hier verlinkt – kath.ch ging heute das Statement eines, wie ich meine, recht typischen Vertreters der heutigen Universitätstheologie, Josef Kuschel. Da heißt es: Kuschel spricht sich gegen den Fokus der Kirche auf Mission . Wer Mission wolle, so steht zu lesen, wolle keinen Dialog, sondern letztlich das Verschwinden des Glaubens des jeweils anderen.

 

Die Reaktionen, etwa auf kath.net, blieben nicht aus, wie zu erwarten. Das sei der typische Unsinn heutiger universitärer Theologie und zudem nicht vereinbar mit Christi Auftrag und der klaren Botschaft im Evangelium.

 

Mir scheint, wir haben es hier durchaus mit einem Problem heutiger universitärer Theologie zu tun, aber – wie ich ehrlich gesagt hoffe – etwas anderer Art, als dies Vertreter des „Missions-Fokus“ vermuten, ganz sicher bin ich mir freilich nicht.

Kuschels Vorwurf Weiterlesen

Der Mensch mit Behinderung in Amoris Laetitia

Kurzmitteilung

Leider ist das päpstliche nachsynodale Schreiben Amoris Laetitia fast schon vollständig in Vergessenheit geraten. Vereinzelt ist Kritik zu hören, z. B. von Robert Spaemann; er fürchtet vollständiges Abgleiten in eine reine Situationsethik und fragt sich, wo da noch Petrus, der Fels, bleibe.
Man mag hier in der Tat unterschiedlicher Meinung sein, dazu kommen wir vielleicht noch demnächst hier in diesem Blog. Mein Anliegen heute ist jedoch ein Thema, das mit Sicherheit kaum je irgendwo in den Blick kommt: die Rolle des behinderten Menschen in der Familie oder die Rolle der Familie für Menschen mit Behinderung.
Mit Spannung und einer gewissen Hoffnung erwartete ich Aussagen hierzu, zumal ich im Namen und Auftrag der Internationalen Föderation Katholischer Blindenvereinigungen, http://www.fidaca.org, einen Text verfasst habe: der Mensch mit Behinderung als aktives Familienmitglied. Daher durchsuchte ich denn auch, damit über die ausdrückliche Mahnung des Papstes zum Lesen von Amoris Laetitia mich hinwegsetzend, den Text gleich nach dessen Erscheinen nach entsprechenden Stellen.
Das Ergebnis ist vordergründig eine Enttäuschung. Laut Nr. 47 und 82 von Amoris Laetitia sind Menschen mit Behinderung für Familien ein Geschenk; eine Prüfung gewiss; eine Bereicherung; eine Gabe und Aufgabe, deren Annahme Respekt abnötigt.
Nun: Als geburtsblinder Mensch, aktiv in der Selbsthilfe, Ehemann einer ebenfalls geburtsblinden Frau, genügt mir das nicht ganz. Behinderte Menschen sind doch nicht nur Objekte barmherziger Zuwendung! Menschen mit Behinderung sind doch nicht bloß Empfänger von Betreuung und liebevoller Aufmerksamkeit!
Doch wie ist die tatsächliche Situation von Menschen mit Behinderung, und zwar weltweit? 90 % der ungeborenen Kinder, die mit einer ‚hohen Wahrscheinlichkeit‘ mit Behinderung zur Welt kommen würden, dürfen nicht leben, werden (oft aus pseudo-humanitären Gründen) abgetrieben. Vielleicht ist es also die sinnvolle Beschränkung auf das Wesentliche, wenn Papst Franziskus zunächst lediglich das Grundsätzliche beim Namen nennt: Auch und gerade Menschen mit Behinderung brauchen das, was jeder Mensch nötig hat: liebende Zuwendung.
Doch wahrscheinlich ist auch, dass Amoris Laetitia, das ja keine Spezialisierungen vornimmt, den Behinderungsbegriff stark verallgemeinert verwendet. Gedacht hat der Verfasser des nachsynodalen Schreibens womöglich nur oder vor allem an schwer mehrfachbehinderte Menschen, nicht so sehr an Personen mit ‚einfachen‘ körperlichen, (leichten) geistigen, Sinnes- oder psychischen Behinderungen.
Und dennoch hoffe ich, dass in Sachen Kirche und behinderte Menschen noch mehr geschieht: Anerkennung, dass Menschen mit Behinderung in ihrer spezifischen Lage auch ihre Gaben einbringen als Ehepartner, Eltern, Verwandte, Tauf- und Firmpaten, aber auch in kirchlichen Diensten als Laien und/oder gottgeweihte Personen. Denn es gibt kein unbegabtes Glied am Leibe Christi, keinen Menschen, der nur empfangen müsste und nichts geben kann, und sei es ’nur‘ große Lebensfreude und Hoffnung da, wo Menschen ohne Behinderung oft große Mühe haben, vom Haben zum Sein voranzuschreiten.

Ein Zwischenruf zu Amoris Laetitia

In einem Kommentar in der Süddeutschen http://www.sueddeutsche.de/politik/papst-franziskus-bitter-unbarmherzig-und-ohne-liebe-1.2940339 heißt es, homosexuelle Liebe werde vom Papst nach wie vor nicht anerkannt, sondern „in die Sünde“ gestoßen. Das sei bitter, unbarmherzig.

Nun kann man trefflich darüber streiten, wie bzw. ob die Kirche die Verantwortung, die auch gleichgeschlechtliche Partner füreinander übernehmen, würdigen könne oder solle. Die Art aber, wie der Kommentator mit besserwisserischer Geste erklärt, wie das Evangelium zu interpretieren sei und was die Kirche gefälligst zu lernen habe vom Zeitgeist, ist unerträglich und zeugt von Unkenntnis oder bewusstem Willen zur Desinformation.
Eine vielleicht verwegene Assoziation zum Schluss dieses Zwischenrufs:

Wie aufmerksam Lesende wissen, bin ich geburtsblind. Ist es nun bitter und unbarmherzig, wenn jemand feststellt, dass mir von Natur aus damit das eine oder andere nicht möglich ist, und wenn ich’s noch so gern täte: z. B. Auto fahren, Arzt werden, Architektur studieren? Oder ist es einfach die Wahrheit, die uns von gefühlsbetonten Fantastereien frei macht? Von Fantastereien voll ist nämlich auch der Inklusionsdiskurs, von der Überbetonung des Anspruchs auf Selbstbestimmung voll ist heute jeglicher Diskurs. Gegen-Stimmen sind daher das Gebot der Stunde.

Hilft die Kunst dem Lebensschutz?

In den vergangenen Wochen gab es gleich zwei sehr bewegende Filme rund um die schwerwiegende Entscheidung, ein Kind mit Behinderung zu gebären oder einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen. Nach „24 Wochen“ lief gestern Abend im Ersten „Nur eine handvoll Leben“ mit einer sehr starken Annette Frier (Rezension in der „Welt“<http://www.welt.de/vermischtes/article153578948/Diese-Rolle-brachte-Annette-Frier-an-eine-Grenze.html&gt;).In der Kritik heißt es, der Film sei kein Plädoyer gegen die Abtreibung, sondern stelle jedem die Frage, ob behindertes Leben lebenswert sei.

Gute Literatur und gute Kunst im Allgemeinen leben davon, dass sie nicht zu explizit sind. Große Literatur ist Andeutung. Ein Beispiel sind Erzählungen mit erotischen Andeutungen, die eine viel größere Tiefe besitzen als unzweideutiges Zeigen der nackten Tatsachen (= Pornographie).

Insofern ist es sehr gut, dass auch dieser Film kein ausdrückliches Plädoyer ist, niemandem eine Interpretation aufdrängt. Schlimm ist nur, dass sich tatsächlich viele die Frage überhaupt stellen müssen, ob Leben mit Behinderung lebenswert sei.

Damit ist nicht gesagt, jeder Mensch solle leichten Herzens in der Lage sein, auch das Kind mit Behinderung willkommen zu heißen. Das ist ganz einfach unmöglich, leichten Herzens jedenfalls.

Wenn aber – und hier wiederhole ich mich – 90 bis 95 % der Kinder mit Behinderung nicht in den Genuss kommen, die durch die UN-Behindertenrechtskonvention ausdrücklich verbrieften Menschenrechte zu genießen, die universell gelten, dann stimmt etwas grundsätzlich nicht.

Nur diejenigen nämlich, die es bis zur Geburt schaffen, sollen sich dann plötzlich der Segnungen der Inklusion erfreuen, während man zuvor alles getan hätte, sie zu beseitigen aus pseudo-humanitären Gründen?

Nur wenn wir hier ganz klar sind, dass es kein mehr oder weniger wertvolles Leben gibt, verhindern wir jegliche unheilvolle Entgleisungen.

Was uns Gottesbeweise gerade heute sagen

Klassische Gottesbeweise heuteDie erste Hürde ist genommen! Mit der Hausarbeit habe ich den Grundkurs „Der christliche Glaube“ absolviert und beginne Mitte dieses Monats mit dem Aufbaukurs; Ziel ist die Ausbildung und Weihe zum Ständigen Diakon. Mit einer mit 1,0 bewerteten Arbeit über Gottesbeweise, deren Erstellung mir viel Freude bereitete, ist diese schöne Etappe des Weges nun zu Ende, und in großer Vorfreude blicke ich nach vorn. Allen frohe, gesegnete Ostern – mit und von Christus, der mit uns auf dem Weg ist, mögen wir uns immer wieder überraschen lassen!